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Term Sheet Cheat Sheet

Von Jan Ritter · 30. September 2026

Die 5 Klauseln, um die ihr in eurem ersten Term Sheet kämpfen solltet

Obwohl ein Term Sheet nur wenige Seiten hat, bestimmt es alles, was danach kommt. Rechtlich ist es unverbindlich, aber wirtschaftlich wird der Deal nach der Unterzeichnung normalerweise nicht besser. 

Das Term Sheet Cheat Sheet erklärt jede Klausel eines Seed-Term-Sheets in klaren Worten, mit den empfohlenen Marktstandards und Hinweisen, wie hart ihr verhandeln solltet.

ÜBERBLICK

Das sind die fünf Klauseln, die eure erste Runde prägen.

Nr. 1: Liquidationspräferenz

Diese Klausel legt fest, wer bei einem Verkauf des Unternehmens zuerst bezahlt wird. Standard ist 1x non-participating, und das ist die eine Klausel auf dieser Seite, die ihr nicht aufgeben solltet. Stärkere Liquidationspräferenzen können dazu führen, dass für Gründer bei einem moderaten Exit kaum etwas übrig bleibt.

Nr. 2: Verwässerungsschutz

Der Verwässerungsschutz greift, wenn eine spätere Runde tiefer bewertet wird als diese. Broad-based Weighted Average ist der Marktstandard. Ein Full Ratchet in der Seed-Phase ist ein No-Go.

Nr. 3: Der Optionspool (ESOP)

Der Pool für künftige Mitarbeitende kann pre-money oder post-money eingerechnet werden, und dieser Unterschied verschiebt spürbar Prozentpunkte zwischen Gründern und Investoren. Wird er post-money berechnet, tragen beide Seiten die Verwässerung.

Nr. 4: Verwaltungsrat und Zustimmungsvorbehalte

Nach der Runde steuern der Verwaltungsrat und die Liste der Zustimmungsvorbehalte des Investors das Unternehmen. Ein gründerfreundlich besetzter Verwaltungsrat ist in der Seed-Phase normal. Ebenso ein Vorbehaltskatalog, bei dem Entscheidungen über Budget und Personaleinstellungen bei euch bleiben.

Nr. 5: Drag-along

Ein Drag-along kann alle Aktionäre in einen Verkauf mitziehen, auch Gründer, die dagegen waren. Knüpft ihn an eine Mehrheit, die die Gründer einschliesst.

Genau hinschauen

Bewertung, Founder Vesting und Tag-along-Rechte sind meist in Ordnung, aber lest die Details. Rechnet die Post-Money-Zahlen für euren eigenen Anteil durch, bevor ihr einer Bewertung zustimmt. Lest beim Vesting die Bad-Leaver-Regeln genau, denn sie können auch Aktien erfassen, die ein Gründer bereits gevestet hat. Das Tag-along sollte in beide Richtungen gelten.

Unbedenklich

Pro-rata-Rechte, Informationsrechte, das Vorkaufsrecht und das Kleingedruckte zu Garantien, Kosten und Exklusivität sind üblich. Ihr könnt sie meist bedenkenlos unterschreiben, solange eure Haftung begrenzt ist.

Bevor ihr unterschreibt

Legt euer Term Sheet neben das Cheat Sheet und markiert jede Klausel mit kämpfen, prüfen oder akzeptieren. Haltet eure Position zu den fünf wichtigsten Punkten vor dem ersten Verhandlungsgespräch schriftlich fest. Fordert, solange ihr noch Verhandlungsmacht habt, also bevor die Exklusivitätsfrist zu laufen beginnt.

Dieser Blogbeitrag dient ausschliesslich der Diskussion und allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar.

Setzt das Cheat Sheet in die Praxis um

Eure erste 30-minütige Founder-Session mit uns ist kostenlos. Bevor ihr vor Investoren pitcht, setzen wir uns mit euch zusammen und prüfen eure Finanzierungsstrategie anhand der obigen Klauseln. In dieser halben Stunde erarbeiten wir mit euch, wie viel ihr aufnehmen solltet, zu welcher Bewertung und mit welchem Instrument. Dann gehen wir die Klauseln durch, auf die es in eurem Deal am meisten ankommt, damit ihr eure Wunschkonditionen kennt, bevor das erste Term Sheet eintrifft.

Wir haben mehr als 210 Startups und Investoren begleitet und an Venture-Deals von über CHF 330 Mio. mitgearbeitet, deshalb wissen wir, wo Investoren erfahrungsgemäss Verhandlungsspielraum haben. Wenn es passt, verhandelt dasselbe Team mit euch die finalen Transaktionsdokumente und bringt die Runde zum Closing.

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